Case Study: Wie Bulthaup einen eigenen E-Commerce-Kanal für Küchen-Accessoires aufgebaut hat
Kurz beantwortet: Bulthaup, der 1949 gegründete Luxusküchenhersteller, verkaufte seine Küchen bis 2019 ausschließlich über Händler und hatte keinerlei E-Commerce-Aktivitäten. Gemeinsam mit XQ Digital (heute Bold & Epic Consulting) wurde ein eigenständiger Online-Shop für Küchen-Accessoires aufgebaut, um Markenbekanntheit zurückzugewinnen und dem Händlernetzwerk hochwertige Leads zuzuführen. Ergebnis: Der Shop erreichte Top-Suchplatzierungen für alle Accessoires und mittlerweile ebenso viel Traffic wie die Haupt-Website.
Über den Kunden
Das 1949 gegründete Familienunternehmen Bulthaup steht für Kompromisslosigkeit, wenn es um Qualität geht, für Leidenschaft, für ethische Ansprüche und für Werte wie Handwerk und Gestaltung. Auch in Zeiten rascher Veränderung ist Bulthaup ein Unternehmen geblieben, das sich als Ort des Hinterfragens und der unstillbaren Neugierde versteht. Bei Bulthaup sind Küchen nicht nur Küchen, sondern Lebensräume und Orte der Begegnung, des Zusammentreffens und der Kommunikation.
Das dritte Generation familiengeführte Unternehmen mit Sitz in Aich bei Bodenkirchen erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 103,8 Millionen Euro bei über 540 Mitarbeitenden, mit einem Exportanteil von mehr als 83 Prozent.
Ausgangssituation
Bis Mitte 2019 hatte Bulthaup keinerlei E-Commerce-Aktivitäten. Der Vertrieb der Küchen erfolgte ausschließlich über ein Händlernetzwerk. Einzige Aktivität im Hinblick auf Online-Vertrieb war eine Händlersuche auf der Bulthaup-Website, über die eine Nachricht bzw. Terminanfrage an Händler gesendet werden konnte. Wie viele Luxusküchenhersteller litt Bulthaup – besonders bei jungen Menschen – unter einer schwindenden Markenbekanntheit. Dies führte dazu, dass die Händler immer weniger Anfragen zu Neugeschäft bekamen. Von Bulthaup wurde erwartet, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und in eine proaktive Leadgenerierung bzw. in die Sichtbarkeit der Marke, insbesondere auf den Online-Kanälen, zu investieren.
Lösungsansatz
Die Markenbekanntheit hätte durch massive Online-Aktivitäten wie Display-Werbung, Social-Media-Aktivitäten oder auch Blogbeiträge gesteigert werden können, aber damit ist es schwer, die Markenbekanntheit nachhaltig hoch zu halten und gleichzeitig die potenziellen hochwertigen Küchenleads herauszufiltern und zu bearbeiten.
Der Lösungsansatz: die Marke über E-Commerce bekannter machen. Neben Küchen bietet Bulthaup auch Küchen-Accessoires an und vertreibt diese über die Händler. Diese sollten in einem Bulthaup-eigenen Online-Shop angeboten und beworben werden. Durch die Positionierung eines gebrandeten Alltagsgegenstandes in der Küche kann die Marke genau dort platziert werden, wo die meisten Menschen zuerst über die Anschaffung einer neuen Küche nachdenken: in der Küche. Darüber hinaus werden mit dem Online-Shop Besucher und Kunden besser identifizierbar und damit auch klassifizierbar für die Nachverfolgung.
Vorgehensweise
XQ Digital wurde im Sommer 2019 hinzugezogen, und es wurde sehr schnell beschlossen, dass das Weihnachtsgeschäft ein guter Ausgangspunkt ist, um erste Besucher anlassbezogen in den Shop zu lenken. Um flexibel und schnell agieren zu können, wurde eine eigene Gesellschaft gegründet. Der Shop wurde als SaaS-System realisiert, um die Anfangsinvestitionen niedrig zu halten und schnell starten zu können.
Da noch keinerlei Erfahrung mit den typischen E-Commerce-Prozessen in der Logistik bestand, wurde hierfür ein externer Partner ausgewählt, und der schnelle, kleinteilige Versand von Accessoires sowie die Retourenabwicklung wurden outgesourct. Außerdem musste eine geeignete E-Commerce-Transportverpackung entwickelt werden, da bisher nur größere Gebinde an Händler versendet wurden und dabei kein Wert auf die User Experience beim Auspacken oder auf die Wiederverwendung der Verpackung für Retouren-Sendungen gelegt wurde.
Ergebnisse
- Firmengründung der Bulthaup Digital als Tochtergesellschaft der Bulthaup GmbH & Co. KG, um das komplette Online-Geschäft vom restlichen Geschäft mit den Händlern zu trennen, die ebenfalls Accessoires kaufen und vertreiben können.
- E-Commerce-Shop auf Basis von Shopify mit einer kompletten automatisierten Abwicklung der nachgelagerten Logistik bei einem Dienstleister.
- SEO: Der Shop wurde bei allen seinen Accessoires auf den ersten Platz der Suchergebnisse gebracht.
- Traffic: Der Shop hat mittlerweile genauso viele Besucher wie die Bulthaup-Website.
Fazit
Der Bulthaup-Case zeigt, wie ein traditionelles Familienunternehmen im Luxussegment einen eigenständigen digitalen Vertriebskanal aufbauen kann, ohne das bestehende Händlernetzwerk zu gefährden. Durch die klare Trennung in eine eigene Gesellschaft, ein schlankes SaaS-Setup und konsequentes SEO wurde aus einem markenbekanntheitsgetriebenen Nebenprodukt (Küchen-Accessoires) ein eigenständiger, stark frequentierter digitaler Kanal – der zugleich neue, hochwertige Leads für das Kerngeschäft mit Küchen generiert.
Häufige Fragen
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Um das bestehende Händlernetzwerk nicht zu gefährden. Accessoires als Alltagsgegenstände positionieren die Marke dort, wo Kaufentscheidungen für neue Küchen entstehen, ohne den Küchenverkauf selbst online zu kannibalisieren.
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Der Shop wurde auf Basis von Shopify als SaaS-System realisiert, um die Anfangsinvestitionen niedrig zu halten und schnell live gehen zu können. Logistik und Retourenabwicklung wurden an einen externen Dienstleister ausgelagert.
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Der Shop erzielte Top-Suchplatzierungen für alle angebotenen Accessoires und erreichte mittlerweile ein Besucheraufkommen auf Augenhöhe mit der eigentlichen Bulthaup-Unternehmenswebsite.